Erfolgreich auf KFZ-Händlerplattformen verkaufen: Tipps für ideale Fotos und Beschreibungen

von Doris Bauer

Über sieben Millionen Gebrauchtwagen wechseln in Deutschland jedes Jahr den Besitzer. Für professionelle KFZ-Händler bieten die großen, bekannten Händlerplattformen viele Chancen. Denn bereits ab unter zehn Euro pro Fahrzeug können KFZ-Händler hier viele Millionen potenzieller Käufer erreichen. Die enorme Reichweite ist der größte Vorteil der großen Plattformen: Mobile.de verzeichnet jeden Monat zwölf Millionen Besucher, Autoscout24 über sieben Millionen. Dies sind potenzielle Endkunden und Ankäufer anderer Händler aus ganz Deutschland, die dort nach ihrem nächsten Fahrzeug recherchieren.

Zudem sind die großen Marktführer dank zahlreicher Funktionen und Informationen für Endnutzer und Händler weit mehr als nur Börsen für Kleinanzeigen. Es gibt praktische Werkzeuge, um Anzeigen zu erstellen, zu analysieren und zu verwalten, Funktionen wie Videos, 360-Grad-Fotos oder die Bewerbungsfeatures. Gleichzeitig ist die Konkurrenz dort enorm: Die beiden größten Plattformen für Neu- und Gebrauchtwagen haben jederzeit rund eine Million Verkaufsanzeigen oder mehr online. Anders ausgedrückt: Die beliebten Plattformen sind ein sehr großer Teich, aber auch voller Fische.

Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Ihre Fahrzeuge auf diesen großen Plattformen ideal präsentieren und qualifizierte Kaufanfragen erhalten.

Die Kosten für gewerbliche Angebote

Die Plattformen bieten unterschiedliche Preise, Pakete und optionen für Händler. Bei mobile.de kosten gewerbliche Angebote ab rund 30 Euro pro Inserat. Die Kosten für den Händleraccount sind nach Anzahl der Inserate gestaffelt. Der Account kostet ab 60 Euro pro Monat. Bei Autoscout24 ist die Preisstaffel ähnlich, beginnt bei 39 Euro für zwei Fahrzeuge. Bei hohem Verkaufsvolumen sinkt der Preis pro Fahrzeug bei beiden Anbietern auf deutlich unter zehn Euro.

Fahrzeuge richtig bewerben

Wie kann man hier als KFZ-Händler mit seinen Anzeigen positiv auffallen und Interessenten überzeugen, Kontakt zum Autoverkäufer aufzunehmen? Kontaktaufnahmen wegen einfacher Nachfragen kosten nur Zeit, wir wollen als KFZ-Händler konkrete Nachfragen und Besichtigungstermine vereinbaren, statt ununterbrochen Fragen über Vorgeschichte und Zustand von Fahrzeugen zu beantworten. Eine gute Online-Anzeige eines Fahrzeugs erfüllt zwei Ziele: sie wird zunächst überhaupt gefunden und zweitens lenkt sie die Aufmerksamkeit weg vom Preis und hin zum Fahrzeug. Warum dieses Fahrzeug und nicht eines der vielen vergleichbaren?

Zweifel, offene Fragen und Skepsis scheuchen Interessenten zu anderen Angeboten. Dies müssen wir aktiv vermeiden.

Eine Anzeige muss nicht perfekt sein, aber das Ziel sollte sein, attraktiver und klarer zu sein als die von vergleichbaren Exemplaren.

Käufer – ob privat oder Händler – mögen keine Überraschungen. Jede offene Frage lässt ein potenzielles Problem vermuten, senkt das Interesse und drückt den erzielbaren Verkaufspreis. Mit dem reichhaltigen Angebot der Plattformen gibt es jederzeit genügend Auswahl und die nächste Anzeige ist nur einen Klick entfernt. Je detaillierter die Anzeige das Fahrzeug zeigt und je weniger Fragen offen bleiben, desto mehr Vertrauen haben mögliche Interessenten in das Fahrzeug.

Angebote haben auf den großen Plattformen zahlreiche Konkurrenz. Hier müssen sich Händler mit ihren Angeboten von der Konkurrenz abheben, damit nicht nur günstige Preise für Aufmerksamkeit auf die eigenen Fahrzeuge sorgen.


Kleinere Portale als Alternative?

Neben den großen Platzhirschen existieren weitere Verkaufsplattformen und Suchportale für Gebrauchtwagen, über die KFZ-Händler Fahrzeuge Privatkunden anbieten können. Beispiele dafür sind hey.car, juhu.auto oder pkw.de. Übergreifende Suchportale wie 12gebrauchtwagen.de ergänzen die Möglichkeiten, wie Käufer Fahrzeugangebote heute finden können. Allgemeine Portale für Kleinanzeigen oder Auktionen wie ebay, ebay Kleinanzeigen oder Facebook ergänzen die Plattformen, auf welchen Fahrzeuge angeboten werden können. Als Händler, der ideale Erlöse erzielen möchte, sollte man Kleinanzeigenportale jedoch meiden. Häufig bieten Sie keinen Mehrwert durch bessere Services oder reibungslose Abwicklung und haben nur einen begrenzten Kreis potentieller Kunden.

Tipps für die perfekten Fahrzeug-Fotos:

Wichtig ist vor allem, dass Sie das Fahrzeug von seiner besten Seite zeigen. Das beginnt bei der Sauberkeit und Pflege des Fahrzeugs selbst, geht über die Umgebung und die Beleuchtung der Bilder bis hin zu fotografischen Tricks und der Qualität der Aufnahmen. So sollten Sie beispielsweise eine grüne Ecke auf dem Hof oder einen hellen, weiträumigen Bereich drinnen als Kulisse auswählen.

Gute Fotos schaffen Klarheit und beantworten viele Fragen. Schlechte Fotos säen Zweifel und werfen Fragen auf.

Foto-Checkliste

  1. Immer nur eigene Fotos nehmen, keine Bilder vom Hersteller, aus dem Internet oder vom Vorbesitzer (Urheberrecht)
  2. Das Fahrzeug sollte blitzsauber sein. Das gilt für den Lack, aber auch für Fensterscheiben, Bremsen und Felgen
  3. Fotos in etwa auf Brusthöhe machen, keine Frontalansichten, sondern angewinkelte Perspektiven
  4. Keine Fotos mit den Winter-Stahlrädern, wenn auch höherwertige Alufelgen dazugehören. Wenn Stahlfelgen, dann immer mit Radkappen
  5. Keine Fotos mit montierten Anbauten und Zubehör, oder nur als zusätzliche Fotos: Kindersitze, Dachgepäckträger, Handyhalterungen oder Ähnliches sollten für die wichtigsten Bilder demontiert werden. Die Käufer wollen das Auto sehen
  6. Kein Preisschild auf dem Bild, möglichst keine Hinweise auf die Jahreszeit (beides ist schnell nicht mehr aktuell)
  7. Das Auto sollte auf den Detailfotos leben: Zündung einschalten, Navi/Infotainment einschalten

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Die richtige Bildanordnung für Verkaufsanzeigen

Die Verkaufsplattformen erlauben es, zahlreiche Bilder zu einem Fahrzeug hochzuladen. Die Grenze liegt je nach Anbieter bei rund 15 Bildern. Wenn nicht genug Platz für alle wichtigen Perspektiven und Ausstattungshighlights da ist, müssen wir uns auf die wichtigsten Eigenschaften konzentrieren. Aber Achtung: weglassen schürt immer Misstrauen. Wenn wir das Fahrzeug von der rechten Seite zeigen, sollten wir auch die linke Seite zeigen, sonst könnte ein Interessent vermuten, dass es einen Grund gibt, diese Seite wegzulassen.

Wir empfehlen, die Bilder logisch anzuordnen: zunächst ein Rundgang von allen Seiten um das Auto von außen mit vier oder mehr Bildern, dann die Details aus dem Innenraum. So bekommen Interessenten ein Gefühl für das Fahrzeug und können es über die Bilder beinahe wie in echt besichtigen. Dazu gehört, wichtige Ausstattungsmerkmale zu zeigen: Cabrios sollten mit offenem und geschlossenem Dach gezeigt werden. Variable Innenräume wie eine ausklappbare dritte Sitzreihe oder Armlehnen vorne/hinten sollten wir ebenfalls in Aktion zeigen.

Das Schlüsselbild optimieren

Das erste Bild ist das Schlüsselbild, das in den Suchergebnissen erscheint. Dieses ist deshalb das wichtigste aller Bilder. Hier sollte das Auto als Ganzes zu sehen sein, klassischerweise von schräg vorne. Das Ziel ist hier, das Fahrzeugmodell auch in der kleinen Vorschauansicht noch klar erkennen zu können. Detailfotos eignen sich dagegen nicht gut als Schlüsselbild. Ein Foto, das unser Auto von schräg vorne zeigt, hat sich am besten bewährt.

Logos und Text auf Bildern?

Mit einem Schriftzug auf dem Schlüsselbild könnte das Angebot unter all den Suchergebnissen hervorstechen. „Zwei Jahre Inspektion gratis“, „HU neu“ oder „1. Hand“ könnten je nach Fahrzeugsegment gute Argumente sein, warum das eigene Angebot besser ist als die Konkurrenz und die Klickrate auf das Angebot erhöhen. Auch ein Logo einer Markenvertretung kann Vertrauen schaffen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Schriftzug groß genug ist, um in der kleinen Vorschaugröße noch lesbar zu sein und zugleich nicht das Fahrzeugbild verdeckt.

Hier bleibt jedoch das Problem, dass die Händlerplattformen dies nicht gerne sehen. Autoscout24 verbietet es in den Nutzungsbedingungen, Fotos mit eingefügten Logos hochzuladen. Stattdessen soll nur das Fahrzeug gezeigt werden. In der Praxis wird dies toleriert, sofern die Logos das Auto nicht verdecken. Bei mobile.de sind die Regeln etwas lockerer – hier sind Logos, Bilderrahmen und Schriftzüge ebenfalls toleriert.

Informationen mit Bildern transportieren

Viele KFZ-Händler setzen darauf, allgemeine Informationen zum Autohaus als Bilder in jede Bildergalerie einzufügen: Den Standort des Autohauses auf einer Karte, Fotos des Ansprechpartners aus dem Verkauf oder Serviceauszeichnungen des Hauses. Das kann dabei helfen, Wiedererkennungswert zu schaffen und die Marke des Hauses bekannter zu machen. Für den konkreten Verkauf spielt das jedoch im Vergleich zu den Autofotos eine geringere Rolle. Im Zweifel sind konkrete Fotos des Autos wichtiger.

Eine gut gemachte Collage mit allgemeinen Informationen und Bildern des Hauses kann helfen, Vertrauen zu schaffen. Insbesondere dann, wenn hier zu sehen ist, dass es sich um ein großes Haus mit hochwertigem Inventar handelt. Bilder können noch mehr zeigen als das Auto oder den Betrieb des Händlers: Fotos des Scheckheftes und Rechnungen großer Instandsetzungen können ebenfalls dafür sorgen, dass Interessenten unser Angebot vertrauenswürdiger finden als andere.

Einfach zu vermeidende Fehler:

1. Schlechte Fotos (zu dunkel, unscharf), fehlende Perspektiven

2. Wichtige Ausstattungsmerkmale nicht auflisten

3. Ausstattungslisten nur als Bild hochladen

4. Anzeigen ohne (vollständige) Fotos („Bilder folgen“) veröffentlichen

Der richtige Titel

Die Freitextsuche hilft Nutzern dabei, exakt passende Fahrzeugvarianten und Ausstattungen zu finden. Wenn wir diese bereits im Anzeigetitel verwenden, taucht unsere Anzeige dort in den Ergebnissen auf. Allerdings ist der Platz begrenzt, denn nur ein oder zwei Besonderheiten finden im Titel Platz. Wenige Kilometer, Sportpaket, Zahnriemen neu? Fokussieren Sie sich auf die wirklich wichtigen Aspekte passend für das Modell und Alter, den Rest finden Interessenten in der Beschreibung.

Gefunden werden: Beschreibung und Sonderausstattung

Unvollständige Beschreibungen ermöglichen Schnäppchen, wir wollen das Gegenteil davon.

Gewerbliche Ankäufer suchen nach guten Gelegenheiten in bestimmten Fahrzeugsegmenten. Außerdem arbeiten Sie häufig mit automatischen Benachrichtigungen für passende Segmente. Beispielsweise Fahrzeuge, die schlecht beschrieben sind, wo das kundige Auge jedoch attraktive Merkmale erkennt. Oder Fahrzeuge, die Arbeiten benötigen, welche den Wert drücken, für den Händler jedoch leicht zu kalkulieren sind.

Private Käufer nutzen dagegen oft sehr konkrete Suchkriterien wie das Alter, Modell oder sogar spezielle Ausstattungsmerkmale, nach denen sie suchen. Hier können die Beschreibungen der KFZ-Händler nicht zu detailliert sein. Wenn schlechte, unvollständige Beschreibungen Schnäppchen möglich machen, sollten professionelle Händler das Gegenteil davon machen.

Für maximale Sichtbarkeit und Attraktivität sollten alle relevanten Eigenschaften in der Anzeige zu finden sein. Dies hilft dabei, über die Suchfunktion auffindbar zu sein und lockt Interessenten, die sehr gezielt nach Eigenschaften, Farbe und Ausstattungspaketen suchen. Zugleich reduzieren aussagekräftige Beschreibungen Nachfragen, die viel Zeit kosten können. Private Käufer interessieren sich für mehr als nur die Eckdaten, sie wägen mehrere Exemplare des Wunschmodells gegeneinander ab.

Professionelle KFZ-Händler dürfen nicht die Fehler vieler Privatverkäufer machen: Diese kennen die spezifische Ausstattung oft nicht oder nehmen interessante Extras nicht als etwas Besonderes wahr. Selbst erfahrene KFZ-Händler haben oft die konkreten Details eines Modells nicht im Blick: Ist dies das millionenfach ausgelieferte Seriengestühl oder handelt es sich um die seltenen Komfortsitze?

Wenn solche Details nicht aus den existierenden Dokumenten hervorgehen, kann eine FIN-, beziehungsweise VIN-Abfrage konkrete Auskunft über die Serien- und Sonderausstattung eines Fahrzeugs geben. Damit entgeht Händlern kein Detail der Ausstattung. Denn eine selten bestellte Sonderausstattung kann den Wert oder die Attraktivität deutlich steigern und damit die Standzeit reduzieren. Selbst die konkrete Werksbezeichnung der Farbvariante hilft dabei, keine Kundenfragen mehr offen zu lassen.

Letzte Bedenken zerstreuen

Wenn sich Interessenten für ein bestimmtes Modell interessieren, haben sie häufig bereits viele Details recherchiert. Was sind typische Schwächen, worauf sollte man achten, welche teuren Wartungen könnten fällig sein? Klassiker wie Zahnriemen sind selbstverständlich, der Kenner wird jedoch noch sehr viel spezifischere Problemstellen herausgefunden haben und sich darum sorgen.

Der Gewinn liegt im Einkauf

Wie die alte Kaufmannsweisheit besagt, liegt das größte Gewinnpotential im richtigen Einkauf. Hier spielt sowohl der Einkaufspreis als auch der Unterschied zwischen Soll- und Ist-Zustand eine Rolle. Bei CarOnSale können Sie objektiv geprüfte Händlerfahrzeuge zu günstigen Preisen einkaufen. Melden Sie sich kostenlos an und beginnen Sie noch heute mit dem sorgenfreien Einkauf über CarOnSale.